Wissenschaft trifft auf Schule - Theodorianum am interdisziplinären Kongress zur Sprachbildung beteiligt
Die vier ältesten Gymnasien Ostwestfalens stellen die Sprachbildung für Alle(s) in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit und setzen damit ihre Netzwerkarbeit als Zukunftsschulen NRW erfolgreich fort.
In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin luden das Ratsgymnasium in Minden, das Gymnasium Theodorianum Paderborn, das Ratsgymnasium Bielefeld und das Leopoldinum in Detmold renommierte Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler nach Minden ein, um gemeinsam mit ihnen die Sprachbildung als Grundlage und Perspektiven einer neuen Lernkultur in allen Fachbereichen zu diskutieren und gleichzeitig für ihre Kollegien weitere Expertise zu schaffen.
Längst ist klar: Sprachbildung betrifft nicht nur den Deutschunterricht oder die Fremdsprachen. Sie ist die Grundlage allen Lernens – in Mathematik, den Naturwissenschaften, Geschichte, Erdkunde, Politik, Musik, Kunst oder Sport. Wer Sprache versteht und beherrscht, kann auch Inhalte besser erfassen und ausdrücken. Diese Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge und Workshops des Kongresses und bereicherte damit die Kollegien aller vier Gymnasien, die vor allem eines gemeinsam haben: den frühen Spracherwerb des Lateinischen ab Klasse 5.
Das Kollegium des Theodorianum legt damit einen Schwerpunkt in dem Bereich der Teilhabe, in dem sowohl in allen Fächern als auch in dem grundsätzlichen pädagogischen Handeln Konzepte weiter ausgearbeitet, ergänzt und neue eingeführt werden, um jedem einzelnen jungen Menschen auch im heutigen Schulkontext gerecht werden zu können. Im Rahmen der Netzwerkarbeit wird dieser Schulentwicklungsprozess auch weiterhin wissenschaftlich durch die Humboldt-Universität zu Berlin und den Sprachbildungsforscher Prof. Dr. Stefan Kipf begleitet. Er betonte in seinem Vortrag: „Sprachbildung ist keine Zusatzaufgabe, sondern Grundlage schulischen Lernens und damit Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit.“ Ein Grund, warum die vier Gymnasien ihre zukünftige Zusammenarbeit mit dem Slogan „Sprachbildung für Alle(s)“ zusammenfassten. Der gemeinsame Kongress war jedenfalls ein inspirierender Auftakt, so das Fazit der Organisatoren und Teilnehmenden.
Für das Theodorianum werden damit die Themen Sprachförderung, -forderung, -erwerb, -entwicklung und -sensibilität zusammengeführt und in jedem Fach, in jeder Stunde wirksam werden. Die bestehenden Konzepte werden unter anderem am nächsten pädagogischen Tag auf unser Gymnasium abgestimmt und erweitert.
