Wie an das Unfassbare erinnern? - Dialog zwischen Schule und Universität

Wie an das Unfassbare erinnern? Unter dieser Leitfrage steht ein Hauptseminar mit Exkursion nach Auschwitz, das vom Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte der Theologischen Fakultät Paderborn in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster angeboten wird.

Angestoßen durch die Zusammenarbeit des Gymnasium Theodorianum mit der Theologischen Fakultät Paderborn anlässlich des „Friedrich-Spee-Jahres 2026“ nahm Marvin Wehrmann am Seminar teil. Inhaltlich setzte sich die universitäre Veranstaltung mit aktuellen Fragen der Erinnerungskultur auseinander, unter anderem mit der Schuldgeschichte der christlichen Kirchen, dem katholischen Antisemitismus, frühen Formen des Holocaust-Gedenkens in der Bundesrepublik sowie theologischen und philosophischen Positionen „nach Auschwitz“.

Am 17. Januar 2026 stellte Marvin Wehrmann den dreißig Teilnehmenden in Münster die Arbeit am Gymnasium Theodorianum vor und zeigte auf, wie dort Demokratiebildung und Erinnerungskultur konkret umgesetzt werden. Beispiele wie das Courage-Scout-Programm, das Musikdrama „Die Kinder der toten Stadt“ oder die im März stattfindende Gedenkstättenfahrt nach Weimar stießen auf großes Interesse und führten zu einer lebendigen Diskussion unter den Studierenden, die später selbst in der Schule und im Bildungsbereich tätig sein werden. Der Vortrag zeigte auf, dass Demokratiebildung und Erinnerungskultur angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft zentrale Aufgaben des schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrages sind.

Im Rahmen dieser Kooperation besuchte Marvin Wehrmann zudem gemeinsam mit Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 sowie Jun.-Prof. Dr. Matthias Daufratshofer eine Filmvorführung im Pollux-Kino Paderborn. Gezeigt wurde „Der Schatten des Kommandanten“ auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit anlässlich des Gedenktages für die Opfer der Verbrechen des Nationalsozialismus. Der Film zeigte eindrucksvoll, welchen tiefgreifenden Einfluss die Verbrechen auch auf die folgenden Generationen bis in die Gegenwart haben.

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Demokratiebildung und Erinnern in Schule