Singen gegen das Vergessen - Der DKDTS-Chor im Einsatz

Nur 356 Tage nach der Aufführung von „Die Kinder der toten Stadt“ am Theodorianum durfte der Chor mit Frau Röder sich nochmal zusammenfinden, um für einen kleinen Auftritt zu proben. Und dabei kamen nicht nur THEO-Schüler, sondern wir konnten uns auch noch einmal über Linas, Adelheits und Mattis Anwesenheit freuen, die letztes Jahr ihr Abitur gemacht haben. Es ist aber schade, dass nur der Chor und nicht auch unser Orchester auftreten durfte.

Am 19.3. war es dann nachmittags so weit: wir traten im Rathaus auf. Im Zuge der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ hat die Stadt Paderborn dem Musikdrama einen ganzen Nachmittag gewidmet.

Der Nachmittag begann mit Grußworten von verschiedenen wichtigen Personen, bevor wir unser erstes Lied, „Al Shlosha“ sangen. Danach gehörte die Bühne Frau Dr. Kass, der Ideengeberin und Projektleiterin von „Die Kinder der toten Stadt“. Sie hielt einen Vortrag über das Musikdrama und dessen historischen Hintergrund. Über eineinhalb Stunden berichtete sie uns, wie Kinder und Erwachsene im Ghetto Theresienstadt gelebt und gelitten haben. Auch hatte sie Video-Aufzeichnungen eines Zeitzeugen dabei, der selbst über das Leben und Sterben dort berichtete. Nichts an dem Vortrag war neu für mich, manches hatte ich schon drei- oder viermal vorher gehört – und trotzdem ging es unter die Haut. Es war still im Raum, als Zvi Cohen, der Zeitzeuge, davon berichtete, wie er seine Großeltern in Theresienstadt verlor. Aber er konnte auch von seiner Befreiung erzählen, davon, dass seine Eltern und er überlebten und nicht ermordet wurden.

An passenden Stellen im Vortrag durften wir unsere Lieder singen und wurden dabei von Lars Hesse am Klavier begleitet. Im Titellied „Die Kinder der toten Stadt“, aber auch in den anderen Liedern konnten alle unsere Solisten wieder mit ihren Stimmen beeindrucken. Natürlich ist es ein ernstes Thema, das war es schon immer, aber trotzdem konnten wir es auch genießen, doch noch einmal im Chor zusammen zu singen.