21 pilots ride across the alps

Ein Erlebnis – ein Jahr (Zusammen-)Arbeit

Kann Schule glücklich machen? Vielleicht sollte das nicht der Anspruch von Schule sein, aber möglich ist es schon. Eine Bedingung dafür ist sicher der Aspekt der Selbstwirksamkeit und der Ernsthaftigkeit des Zieles.

Mit dem Projekt der Alpenüberquerung versuchten wir jedenfalls dieses Ziel zu erreichen und es gelang.

Im Oktober 2025 trafen sich erstmals 26 Schülerinnen und Schüler, um sich darüber Gedanken zu machen, wie man wohl mit dem Fahrrad über die Alpen fahren kann. Für das Projekt arbeitete die Schule mit dem Verein THEO20 zusammen. Aufgaben wurden bestimmt und verteilt. So galt es, ein Sponsoring zu organisieren, im Bereich social media präsent zu sein, die Strecken zu planen, Reparaturen durchführen zu können, Hotels und Unterkünfte zu finden, die Logistik zu regeln, Halt- und Verpflegungspunkte zu finden, die An- und Abreise zu buchen, u.v.m.

Insgesamt gelang es inklusive der Sachspenden ca. 13.000,- einzuwerben, sodass das Ziel, dass die Fahrt ohne Verpflegung 100,- € kosten darf, erreicht werden konnte. Wir danken hier ausdrücklich der Bürgerstiftung, die für uns den Auftakt machte, indem wir die Summe von 2000,-€ zugesprochen bekamen. Im Laufe des Jahres gelang es, weitere Sponsoren zu finden.

Gerade die „neuen Wege“ führten zu einem Verantwortungsbewusstsein für diese „Jahresreise“. Es entstand unter anderem ein bemerkenswerter Onlineauftritt, der immer noch über Instagram (@theoalps.) einsehbar ist.

Wir starteten nach der Anreise am Montagmorgen in Garmisch bei bestem Sonnenschein und es ging gleich recht bergig los. Frohgemut und mit gutem Tritt bewältigten wir die erste Etappe und landeten in Landeck. Der Weg am Inn wies uns den Weg in die Berge. Als Gruppe schafften wir alle Herausforderungen, zum Glück gab es aber auch ein Abschleppseil für Fahrräder, sodass sich einzelnen Schüler gegenseitig unterstützten. Der zweite Tag begann, wir starteten und neben der Vorfreude gab es auch eine gehörige Menge an Respekt, da wir den Reschenpass anstrebten und eine ordentliche Menge an Höhenmetern zu bewältigen hatten. Es war schlicht magisch. Nahezu autofrei schaffte es jeder, das eigenen Tempo zu finden, mit sich und der Umgebung allein zu sein und einfach das Dasein zu genießen. Die Freude über die Bergankunft ist unbeschreiblich, einfach lebensecht und bedeutend, da nicht alle so viel Vertrauen zu sich selbst hatten, die Herausforderung bewältigen zu können. Nach der Ankunft in Glurns wartete am Mittwoch ein Tag auf uns, der ca. 7 verschiedene Arten von Regen präsentierte, auch dieser Tag bleibt in Erinnerung, da die Gemeinschaft vollends spürbar wurde, spätestens als wir alle in dem Vorraum der Bahnhoftoilette ein Picknick einnahmen. Der Raum war immerhin trocken und warm. Am Donnerstag genossen wir eine Tour, die erneut kaum Straßenanteile mit sich brachte, dafür aber viel Natur, viel Spaß und eine Länge von 110 km. Die letzten 15 km fuhren wir durch Weinberge, dabei bogen wir ca 1 km vor dem Ziel in Riva links um die Kurve, sodass der bezaubernde Gardasee mit Macht auf uns wirkte. Glücklich, müde und euphorisiert genossen wir den Abend bei einer Pizza oder ähnlichem.

Der letzte Tag warf den Schatten von ein wenig Nostalgie voraus. Nach einer kurzen Radfahrt von 21 km stiegen wir in den Zug, fuhren nach München, schauten uns noch 4 Stunden die bayrische Metropole an, um schlussendlich über Nacht wieder nach Paderborn zurückzukehren.

Zurück zum Anfang, kann Schule glücklich machen? Auf jeden Fall, muss sie das, nicht unbedingt, umso schöner, wenn es gelingt.

Wir waren also 21 (glückliche) Piloten, die über die Alpen fuhren.