Spontanität in Athen

Athen ist eine richtige Großstadt; und ebenso wie die Modernität und Einwohnerzahl der Stadt im Vergleich zu unseren bisherigen Aufenthaltsorten verhalten sich auch Einrichtung und durchschnittliche Zimmergröße unseres Hostels analog. Die Meinungen dazu sind geteilt, in einem Punkt sind wir uns jedoch einig: um 7:15 Uhr frühstücken ist echt ziemlich früh!
Dennoch schaffen wir es, einigermaßen pünktlich zur nahegelegenen Metrostation Sepolia aufzubrechen. Dort folgte eine Verzögerung aufgrund eines ungeahnten Ticketproblems, nach dessen Überwindung wir mit der roten Linie 2 zur Akropolis fuhren.
Dieser Ort bildet einen krassen Kontrast zum Rest von Athen. Statt Verkehrschaos und Hochhäusern mit Beton gibt es hier Olivenbäume, Steine und antike Tempel aus Marmor. Wir erhielten wieder gut vorbereitete Führungen über das Gelände und konnten das Parthenon, das Erechtheion sowie andere Gebäude bestaunen. Aus Fotos mit blauem Himmel im Hintergrund wurde zwar dank eines plötzlichen Regenschauers nichts, aber wir haben schon Schlimmeres ertragen. 
Der nächste Programmpunkt war die Besichtigung von Areopag und Agora. Dieses Gelände ist allerdings im Gegensatz zur Akropolis bis auf den Hephaistostempel, der noch beinahe vollständig ist, eher schlecht erhalten (man denke an die atemberaubende Majestät des Zwölfgötteraltars). Hier war es ein interessanter Zeitvertreib zu deduzieren, welche Steine welches Gebäude darstellen. Die Führung musste spontan gekürzt werden, da wir im zeitlichen Verzug waren und der Eingang aufgrund einer Baustelle verlegt wurde. Aber mittlerweile sind wir Profis im Improvisieren, schließlich ist die einzige Konstante dieser Fahrt das Unstete (πάντα ῥεῖ, jetzt werden wir schon philosophisch…). 
Nach der Mittagspause haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste ist zurück zum Hostel gefahren, die zweite durfte auf eigene Faust die Innenstadt erkunden und die dritte hat sich noch das Nationalmuseum angesehen. Dort sind einige sehr berühmte Exponate wie der Jockey von Artemision und die Maske des Agamemnon ausgestellt, aber auch noch viele andere Vasen, Statuen und mehr. Anschließend ist auch diese Gruppe durch Athen gelaufen und hat den Hauptstadt-Flair auf sich einwirken lassen.