Sonne, Wind und alte Steine
"Jacke? Brauchen wir nicht! Lass uns lieber noch die Sonnencreme einpacken." Solche Gespräche wurden heute früh auf vielen Zimmern geführt, schließlich prophezeite der Wetterbericht 20°C und kaum eine Wolke am Himmel. Die Fotos der Familie vom Paderborner Land mit Schneeregen dagegen riefen bei diesem Anblick leichte Häme hervor.
Vormittags fuhren wir mit dem Bus nach Epidauros. Dort befand sich früher eine berühmte Heilstätte mit Theater (schließlich muss für eine ganzheitliche Behandlung auch die Seele mit Kunst geheilt werden), in der die Götter Asklepios und Apollon verheiligt wurden. Ein Großteil der antiken Stätte ist inzwischen verfallen, sodass wir eine Menge weißer Steine begutachten konnten. Das Stadion, in welchem Sportwettkämpfe stattfanden, war aber noch gut zu erkennen und wir konnten auch zum ersten Mal auf der Fahrt eine intakte korinthische Säule sehen (damit kennen wir uns seit den Referaten sehr gut aus). Highlight war aber das große Amphitheater von Epidauros, das sogar betreten werden durfte. Die Führungsgruppe las einige altgriechische Verse vor und ließ eine Münze fallen; das Geräusch erklang bis in die obersten Sitzreihen.
Der nächste Programmpunkt war die barocke Festung von Palamidi in Nauplia. Dort war es uns möglich, wahlweise entweder mit dem Bus die Höhendifferenz zu bewältigen oder zu Fuß etwa 1000 Stufen hinauflaufen. Dunkelheit wie in Delphi hatten wir auch nicht zu befürchten, die Sonne schien wie eh und je strahlend vom Himmel. In jedem Fall hat es sich gelohnt, denn der Blick auf die Stadt, das Mittelmeer und die Hügel im Hintrgrund, der sich zwischen den steinernen Mauern immer wieder auftut, ist grandios.
Aufgrund des guten Wetters kehrten wir am frühen Nachmittag vorerst wieder nach Tolo zurück, um dort an den Strand zu gehen. Der Wind wehte etwas stärker als am vorherigen Tag, sodass auch dementsprechend mehr Wellengang vorhanden war, der aber gar nicht störte. Einige Mutige stürzten sich wieder in die Fluten und schwammen gemeinsam bis zu den Bojen hinaus (natürlich immer unter dem kundigen Blick des Rettungsschwimmers im blauen T-Shirt).
Nach einer kurzen Dusche, um die kalten Finger wieder aufzuwärmen, ging es dann ein zweites Mal nach Nauplia, jedoch in die Innenstadt. Während einer kurzen Führung lernten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen und erfuhren Wissenswertes über die demokratische Frühgeschichte des modernen Griechenlands. Den Abend beendeten wir ein letztes Mal mit einem eigenständigen Tavernenbesuch und besorgten noch mehr Souvenirs für die liebe Verwandtschaft zuhause, die daheim gerade im Regen sitzt. :)
