Hoch hinaus - Βουνά και κοιλάδες
Dieser Sonntag begann für die meisten wahrscheinlich deutlich früher als zuhause; aber wir sind auf Studienfahrt und da gilt es, den Tag zu nutzen, um viel zu erleben, schließlich hatten wir einiges vor. Zuerst fuhren wir also mit dem Bus eine serpentinenreiche Strecke zu den Meteora-Klöstern hinauf, von denen wir eines besichtigen wollten. Diese Klöster sind etwas ganz Besonderes, denn sie wurden als Einsiedlerklöster, die nur über schmale Stiege oder einen Seilaufzug zugänglich waren, auf hohe Sandsteinfelsen gebaut. (Daher kommt auch der Name: μετέωρος = in der Luft schwebend.)
Mit dem Tourismus stiegen zum Glück die Sicherheitsbestimmungen, sodass wir ohne Sorge auf Treppen mit Geländern alles erreichen konnten. Sehr interessant war das Herzstück des Klosters, das Katholikum, in welchem viele alte christlich-orthodoxe Ikonen zu sehen waren, deren Inschriften gar nicht so leicht zu entziffern waren. Der wortwörtliche Höhepunkt war aber wahrscheinlich die Aussichtsplattform, von der aus man einen fantastischen Blick auf die Landschaft und die anderen steilen Felsen hatte und auf der eine Menge Gruppenfotos geknipst wurden (natürlich sehen wir alle korrekt der Kleiderordnung des Klosters entsprechend aus).
Nach einer Mittagspause in Kalambaka fuhren wir weiter nach Delphi, ein Ort am Rand des Parnass-Gebirges. Dort stand am späten Nachmittag die große Bergwanderung an, für die das feste Schuhwerk im Gepäck vorgesehen war. Ein Großteil der Gruppe wollte noch einmal hoch hinaus und machte sich über etwas beängstigend steile Treppen auf den Weg in die Natur. Dort stellten wir fest, dass der enge Pfad zum Gipfel einige Stellen zum "Kraxeln" beinhaltete, was sich für manche als Herausforderung entpuppte. Außerdem waren sehr viele Pausen während des Weges vonnöten, um den guten Ausblick fotografisch festzuhalten. Nach ca. 1/4 der geplanten Strecke bis zum Gipfel erreichten wir eine Stelle mit besonders guter Aussicht, auf der dann noch mehr Fotos geschossen und Videos gedreht wurden. Einige Teilnehmende der Wanderung drehten anschließend (geplant) wieder um, da sie sich den weiteren Weg nicht zutrauten. Allerdings erwies sich der Rückweg schwieriger als gedacht, sodass die Gruppe den ganzen Weg begleitet werden musste (mit anschließendem erneuten Aufstieg des 1. Teils durch die Begleitperson), was eine weitere Verzögerung hervorrief. Wir warteten jedoch, bis die Begleitperson wieder da war und vertrieben uns die Zeit mit noch mehr Fotos, dem Anbruch der Snack-Vorräte und der Beobachtung der reichhaltigen Flora (wir konnten u.a. Salbei, Thymian, Zypressen, rote Lichtnelken und Gänseblümchen identifizieren). Doch als wir endlich wieder hätten weiterwandern können, stand die Sonne schon sehr niedrig. Daher musste der Aufstieg zum Gipfel aus Zeitgründen ausfallen, sonst wären wir erst im Dunkeln oben angekommen. Also konnten wir unser Können nicht beweisen, sondern stiegen wieder zu den anderen ab. Die kurzen steilen Stellen bewiesen allerdings, dass das feste Schuhwerk durchaus keine aus der Luft gegriffene Vorgabe war. Die Enttäuschung über diesen etwas misslungenen Ausflug war zwar groß, aber immerhin hatten wir so mehr Zeit zum Abendessen und konnten auch bereits einen Blick aus der Vogelperspektive auf die archäologischen Stätten, die wir morgen besichtigen werden, erhaschen.
