Katrin Himmler, Großnichte Heinrich Himmlers, spricht am THEO über ihre Familiengeschichte und den Umgang mit der NS-Vergangenheit
Ein besonderer Gast war am 30. September 2026 am Gymnasium Theodorianum zu Besuch. Katrin Himmler, die Großnichte Heinrich Himmlers, hat in der Aula der Schule einen Vortrag über ihre Familiengeschichte und ihren Umgang mit der nationalsozialistisch geprägten Vergangenheit gehalten. Dadurch gab sie den Schülerinnen und Schülern persönliche Einblicke in das Leben ihrer Familie. Eine besonders eindrückliche Aussage war: „Mein Großonkel war ein Verbrecher und Massenmörder“. Im Vortrag wurde deutlich, dass die Familie Himmler bereits früh nationalkonservativ und antidemokratisch geprägt war. Die Eltern von Heinrich Himmler waren überzeugte Patrioten, lehnten die Demokratie der Weimarer Republik ab und trauerten dem Kaiserreich hinterher. Auch Heinrich und seine beiden Brüder Gerhard und Ernst kamen früh mit entsprechenden Organisationen und politischen Vorstellungen in Kontakt. Alle drei Brüder traten später der NSDAP bei. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit war innerhalb der Familie jedoch lange schwierig. Vieles wurde totgeschwiegen. Auch Himmlers Tochter blieb bis zu ihrem Lebensende überzeugte Nationalsozialistin.
Viele der von den Schülerinnen und Schülern im Anschluss an den Vortrag gestellten Fragen bezogen sich auf Frau Himmlers persönliches Leben und ihre Gefühle. Sie fragten unter anderem danach, wie die Kommunikation innerhalb der Familie mit dieser Vergangenheit aussieht und wieso Katrin Himmler ihren Nachnamen behielt. Großes Interesse herrschte ebenfalls an der Frage, wie man selbst seine Familiengeschichte auf Spuren des Nationalismus untersuchen kann. Außerdem sprach Katrin Himmler über Patriotismus. Sie erklärte, dass sie Patriotismus grundsätzlich in Ordnung finde, solange dadurch niemand ausgeschlossen werde und er nicht in Extremismus übergehe. Auch weitere historische Aspekte kamen zur Sprache, unter anderem die Geschichte des Hauses der Familie Himmler und der Einsatz von Zwangsarbeit beim Bau.
Für viele Schülerinnen und Schüler war der Vortrag zugleich interessant und beklemmend. Besonders eindrucksvoll war die reflektierte und aufgeklärte Art, mit der Katrin Himmler über ihre Familiengeschichte berichtete.
Abschließend kann man sagen, dass man sich gut mit seiner Familiengeschichte und der Geschichte im Allgemeinen beschäftigen sollte, weil, wie Frau Himmler in ihrem Vortrag erwähnte, viele Familienmitglieder trotz Erzählungen, die anderes berichten, überzeugte Nationalsozialisten waren. In ihrem Vortrag erwähnte sie Tools, die von der Wochenzeitung „Die Zeit“ und anderen Unternehmen bereitgestellt werden, um solche Nachforschungen zu tätigen.
Von Luise, Lenne, Michael, Nathanael (10c)
Zeitungsberichte und Feedback zum Vortrag durch Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c:
