Muss das jetzt ins Wärmebad bei 37 oder bei 65 Grad Celsius? - Gentransfer an Bakterien im Schülerlabor B-Lab Beverungen

Das kann unter Umständen die entscheidende Frage sein, an der das Gelingen eines Experimentes und auch eines ganzen Labortages hängt! Bei 37 Grad laufen Stoffwechselprozesse im Modellorganismus Escherichia coli optimal ab, bei 65 Grad wird eine Reaktion gezielt gestoppt. 

Am vergangenen Mittwoch starteten SchülerInnen der Q1 auf eine traditionelle Exkursion. Unter der Leitung von Frau Schröder und dem Fachkollegen Herrn Riepen aus dem B-Lab Beverungen lernten arbeitsteilige Gruppen zunächst Standardverfahren der Laborarbeit kennen. So wurde der Umgang mit Pipettierhilfen und auch das Befüllen von Geltaschen für eine Gel-Elektrophorese geübt. Bakterien gentechnisch so zu bearbeiten, dass sie Vektoren in ihre DNA aufnehmen, stellte das Hauptziel des ganztägigen Kurses dar. Das tun sie nämlich nicht freiwillig, sondern müssen erst in einen Zustand versetzt werden, in dem dieser Gentransfer mithilfe von enzymatischen Werkzeugen gelingen kann. Um die erworbene, nun genetisch festgeschriebene Ampicillinresistenz der zuvor ordentlich "gestressten" Bakterien zu überprüfen, wurden Nähragarplatten selbst hergestellt, dann in steriler Atmosphäre beimpft und inkubiert. Das Ergebnis wird in einigen Tagen dann an den durch Zellteilung auf dem Nährboden enstandenen Plaques aus Bakterienkolonien und deren farbiger Verteilung abzulesen sein. 

Der Einblick in Laborarbeit ist wertvoller Bestandteil des Oberstufencurriculums des Faches Biologie und ermöglicht auch eine Orientierung im Hinblick auf berufliche Weiterbildung nach dem Abitur. Alle SchülerInnnen erhielten im Anschluss an den absolvierten Tag ein Zertifikat über die neu gelernten Standardverfahren der Biochemie. 

Wir danken dem B-Lab unter der Leitung von Frau Schröder für die tolle Möglichkeit, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden!