Die Grabungen im Binnenhof fördern Grundmauern zutage.

Im Innenhof des Gymnasiums Theodorianum in Paderborn haben Archäologen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Zuge von Bauarbeiten Spuren mittelalterlicher Gebäude freigelegt. Diese Entdeckung kam unerwartet, da dort aufgrund der schriftlichen Überlieferung keine Bebauung vermutet wurde.
Direkt unter dem Bodenbelag stießen die Archäologen auf Mauerreste. Eine bis zu 80 Zentimeter dicke Mauer verläuft in Nord-Süd-Richtung unter den nördlichen Gebäudeflügel des Gymnasiums. Funde von Keramikscherben aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren die Mauer in diese Zeit. Sie gehörte wahrscheinlich zur Begrenzung des Klosterareals, das sich einst auf dem Gelände befand. "Das Kloster gehörte zu dem geistlichen Orden der Minoriten. Für die Klosterkirche ist überliefert, dass diese zwischen 1245 und 1260 errichtet wurde", erklärt Dr. Sveva Gai, Leiterin der LWL-Stadtarchäologie. "Die Datierung der Mauer würde also zur Bauzeit des Klosters passen."