Unsere Schulleiterin geht.

Die „Neue Westfälische“ schrieb:

Stabwechsel am THEO

Schulleiterin Dorothea Frintrop-Bechthold verabschiedet sich in der Aula des Gymnasiums Theodorianum von Kollegen, Freunden und ihren Schülern

Von Friderieke Schulz 

Paderborn. Es war ein emotionaler Tag für Dorothea Frintrop-Bechthold. Die Oberstudiendirektorin verabschiedete sich in den Ruhestand und muss somit dem Gymnasium Theodorianum, das sie 16 Jahre lang leitete, den Rücken kehren. Aber nicht nur die Paderbornerin hatte Tränen in den Augen. 

Vielen ist der Schock, der herrschte, als bekannt wurde, dass das Gymnasium Theodorianum, das liebesvoll Theo genannt wird, bald von einer Frau regiert wird, noch gut im Gedächtnis. „Die Frau ist gewählt worden“, zitiert Fritz Ewers eine der ersten Reaktionen. Der stellvertretende Schulleiter erinnert an die Laufbahn seiner „Chefin“, wie Frintrop-Bechthold liebevoll im Kollegium genannt wird. 

Die Karriere der gebürtigen Willebadessenerin hatte mit dem Abitur in Warburg begonnen. Bereits zum Studium zog es sie nach Paderborn, wo sie bis heute lebt. „Ihr Referendariat haben Sie schon hier am Theo gemacht. Zur ersten Festanstellung ging es aber zum benachbarten Pelizaeus-Gymnasium. Natürlich nur aus taktischen Gründen“, witzelte Landesregierungsschuldirektor Rolf-Victor Siedenhans und strickte so die Pointe seines Pädagogik-Thrillers, dass die Schulleiterin schon immer die Übernahme des Theodorianums im Blick gehabt hätte. Frintrop-Bechthold lachte herzlich, beschwor aber, es habe sich anders zugetragen. 

Dass die Schulleiterin an allen Ecken des Gymnasiums fehlen wird, machten die verschiedenen kreativen Reden von Kollegen, Schülern und Eltern deutlich. Einzigartig sei ihr Talent gewesen, alle Beteiligten an der Gestaltung der Schule teilhaben zu lassen. Sie habe eine besondere Begabung, mit Menschen umzugehen und kenne fast alle Schüler persönlich, sogar ohne sie unterrichtet zu haben. 

„Niemand vergisst seine Schulleiterin. Ebenso wenig wie den ersten Freund oder den Fahrlehrer“, sagt Schülersprecherin Britta Gockel und bestätigte das Gerücht, die Schulleiterin habe ihren Schülern auf der Studienfahrt Brote geschmiert. 

 

Sichtlich gerührt bedankte sich Frintrop-Bechthold bei den Rednern und ihren Wegbegleitern: „Lehrer zu sein ist ein schöner und außerordentlich wichtiger Beruf“, mahnte sie auch ihre Nachfolgerin, Nicole Michaelis, die zuvor stellvertretende Schulleiterin am St. Michael Gymnasium war, und wünscht ihr viel Freude am Theo.