Unsere Schulleiterin Frau OStD. Dorothea Frintrop-Bechthold geht in den Ruhestand

Das „Westfälische Volksblatt“ schrieb:

 

Schwerer Abschied am Theo 

Schulleitung geht: Frintrop-Bechthold und Ewers in Ruhestand 

Von Maike Stahl 

Paderborn (WV). Die Freude auf die Ferien wird am Gymnasium Theodorianum in diesen Tagen durch Abschiedsstimmung getrübt. Gestern wurde der stellvertretende Schulleiter Friedrich Ewers (63) verabschiedet, am Mittwoch geht auch Schulleiterin Dorothea Frintrop-Bechthold, die gestern ihren 65. Geburtstag feierte, in den Ruhestand. 


»Die Schüler werden im Ganzen gesehen und sollen hier in jeder Hinsicht gebildet werden.« 
Dorothea Frintrop-Bechthold

Leicht fällt dieser Schritt beiden nicht. Denn auch die zahlreichen Reformen, die die fünf verschiedenen Schulministerinnen während ihrer Amtszeit mitbrachten, konnten ihre Leidenschaft für den Beruf nicht dämpfen. Im Gegenteil. »Das hat uns gelehrt, diese Dinge mit einem gehörigen Maß an Gelassenheit anzugehen«, sagt Frintrop-Bechthold und lächelt ihrem Stellvertreter zu. »Weißt du noch, als ein Profil für die Oberstufe gefordert wurde?« Damals haben sie erst einmal abgewartet und wurden belohnt. »Ein halbes Jahr später hatte sich das schon wieder erledigt«, erzählt Ewers. 

2001 hat Dorothea Frintrop-Bechthold, die Deutsch und Sozialwissenschaften unterrichtet, als erste Frau in der 400-jährigen Geschichte des Theodorianum die Leitung übernommen. Sie begegnete dieser Aufgabe auch damals mit Gelassenheit, im Kollegium habe das allerdings schon Aufregung ausgelöst, erinnert sich Ewers. »Es gab eine gewisse Skepsis, die auch daher rührte, dass sich jemand aus dem Kollegium ebenfalls auf die Stelle beworben hatte. Aber etwas Besseres hätte uns gar nicht passieren können.« 

Denn die neue Schulleiterin brachte schnell frischen Wind in die altehrwürdigen Mauern am Kamp. »Als ich kam, haben die Schüler mit Englisch erst in der siebten Klasse begonnen. Das habe ich als erstes geändert«, erzählt sie. Diese Entscheidung habe das Kollegium des altsprachlichen Gymnasiums gerne mitgetragen. »Die Diskussion gab es schon, es brauchte einfach jemand, der es anpackt«, sagt Ewers, der nach einjähriger Amtszeit von Frintrop-Bechthold ihr Stellvertreter wurde. Gemeinsam setzten sie sich zum Ziel, die Schule zu modernisieren, ohne die Werte des humanistischen Gymnasiums aus dem Blick zu verlieren. »Mir ist es wichtig, die Schüler im Ganzen als Persönlichkeit zu sehen. Sie sollen hier in jeder Hinsicht gebildet werden«, betont Frintrop-Bechthold. »Was nutzt uns ein hervorragender Physiker, der keine Verantwortung übernehmen kann, weil er nie gelernt hat, die Folgen seines Tuns abzuschätzen?«, ergänzt Ewers, der Physik, Informatik und Sport unterrichtet. Deshalb werde viel Wert auf die Stärkung der Persönlichkeit gelegt, zum Beispiel in den Schülercamps, die alle Theodorianer absolvieren. Frintrop-Bechthold lag zudem die Einrichtung der Musikklassen besonders am Herzen. 

Für den Ruhestand haben beide konkrete Pläne. »Uns ist klar, dass man mit Freizeitaktivitäten kein Leben füllen kann«, sagt Ewers. Deshalb werde er sich weiter für Informatik und Sport engagieren. Frintrop-Bechthold will ihrem Engagement als Schulbuchautorin und seit einiger Zeit auch Herausgeberin mehr Raum geben. »So bleibt man auf dem neuesten Stand«, freuen sich beide, nicht nur mehr Zeit für die Familie mit Kindern und Enkeln zu haben, sondern auch ihrer Berufung treu bleiben zu können. Denn: »Ein Lehrer, der das, was er macht, nicht auch als Hobby sieht, kann keine Begeisterung für sein Fach vermitteln«, weiß Ewers.