»Operation Theodorianum gelungen!«

Dorothea Frintrop-Bechthold nach 16 Jahren aus der Schulleitung verabschiedet 

von Manfred Stienecke

Paderborn (WV). In einer Feierstunde in der Schulaula ist gestern [12. Juli 2017] die Leiterin des Gymnasiums Theodorianum, Dorothea Frintrop-Bechthold (65), in den Ruhestand verabschiedet worden. Zeitgleich endet auch die Dienstzeit ihres Stellvertreters Fritz Ewers. 

Für das Land NRW würdigte der Leitende Regierungsschuldirektor Rolf-Victor Siedenhans die Verdienste der scheidenden Schulleiterin. Dorothea Frintrop-Bechthold habe es durch ihre Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit und Entschlusskraft geschafft, die traditionsreiche Schule weiterzuentwickeln. »Die Operation Theodorianum ist geglückt. Sie hat sich für alle Beteiligten mehr als gelohnt.« 

Als sichtbare Eckpfeiler ihres Wirkens nannten mehrere Redner unter anderem die Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts sowie der literarisch-musischen und der neusprachlichen Fächer. In die Amtszeit der gebürtigen Willebadessenerin fielen die Umstellung von der neun- auf die achtjährige Gymnasialzeit sowie die Durchführung des 400-jährigen Schuljubiläums. 

Die scheidende Oberstudiendirektorin, die das Theodorianum 16 Jahre lang leitete, kam schon 1978 als Referendarin an diese Schule, an die sie im Jahr 2001 nach 21-jähriger Tätigkeit am benachbarten Pelizaeus-Gymnasium, an der sie zuletzt als Konrektorin eingesetzt war, zurückkehrte. In ihren Dankesworten erinnerte Frintrop-Bechthold an die in Paderborn nicht unumstrittene Entscheidung, eine Frau als Chefin an das Traditionsgymnasium zu berufen. »Ich kann weder Latein noch Griechisch und stammte nicht aus dem eigenen Kollegium«, schilderte sie die damaligen, nicht nur hinter vorgehaltener Hand geäußerten Kritikpunkte. 

Mit bewegenden Worten dankte sie allen am Schulleben Beteiligten für die zurückliegenden Jahre. Kritik übte die scheidende Direktorin nur an der Politik, die immer wieder mit neuen Erlassen für Unruhe gesorgt habe. Dabei erinnerte sie an den Zickzack-Kurs bei der Schulzeit bis zum Abitur, die Einführung von schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommenen Kopfnoten sowie die ohne entsprechende personelle wie sächliche Ausstattung auf den Weg gebrachte Inklusion, die Frintrop-Bechthold als »Versündigung an den Kindern« bezeichnete. »Verlässliche Bildungspolitik sieht anders aus«, sagte sie unter dem Beifall der Gäste. Sie habe sich angesichts von »Benachteiligungen« gegenüber anderen Schulformen durch die rot-grüne Landesregierung große Sorgen um den Bestand der Gymnasien gemacht. 

Ihr ebenfalls mit dem Ende des Schuljahres ausscheidender Stellvertreter Fritz Ewers hob die »be- sondere Begabung« seiner Chefin hervor, mit Menschen umzugehen. Sie habe immer eine offene Tür für Kollegen und Schüler gehabt und sei ein »Team-Player mit großer sozialer Kompetenz und hoher Empathie.« 

Zur Erinnerung schenkten ihr das Kollegium, die Elternpflegschaft und der Ehemaligenverein sowie die Schülervertretung Gehölze für Balkon und Garten, darunter eine kleine Eiche und Rosensträucher. Das gesamte Lehrerkollegium hatte Dorothea Frintrop Bechthold und ihren Ehemann Bruno am vergangenen Wochenende nach Köln eingeladen, wo man gemeinsam in der Philharmonie ein Beethoven-Konzert hörte. Erfreuen durfte sich die scheidende Direktorin gestern auch an den Darbietungen des Schulchors sowie der Bigband und des Schulorchesters. 

Vom kommenden Schuljahr an steht das »Theo« unter einer neuen Leitung. Chefin wird Nicole Michaelis (bisher stellvertretende Schulleiterin am St.-Michael- Gymnasium), ihr Vertreter ist Ulrich von Schwartzenberg (bisher stellv. Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Bad Driburg).